Was ist Physiotherapie?



Die Physiotherapie befasst sich mit der Behandlung von Erkrankungen, Fehlentwicklungen, Verletzungsfolgen und Funktionsstörungen im Bereich Haltung, Bewegung, innere Organe und Nervensystem. Darüber hinaus wird Physiotherapie auch als vorbeugende Maßnahme zur Gesundheitsvorsorge (Prävention) eingesetzt. Ziel der Therapien ist es, in einem ersten Schritt eine optimale Bewegungs- und Schmerzfreiheit herzustellen. Dann erfolgt das Einüben von Aktivitäten des täglichen Lebens wie Gehen oder Waschen. Als natürliches Heilverfahren nutzt die Physiotherapie körpereigene Heilungsprinzipien und Anpassungsmechanismen und ist eine Alternative oder sinnvolle Ergänzung zur medikamentösen und operativen Krankheitsbehandlung.
(Quelle: www.ifk.de - Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten, Stand 12-2009)

Die von uns angebotenen Behandlungsmethoden sind in Anlehnung an die Rahmenverträge der gesetzlichen Krankenkassen beschrieben.

Bitte beachten Sie, dass jegliche physiotherapeutische Maßnahme nur nach Vorlage eines gültigen und den Kassenverträgen entsprechenden Verordnungsformulars durchgeführt werden kann. Physiotherapeuten sind weisungsgebunden, d.h. physiotherapeutische Leistungen bedürfen zwingend einer ärztlichen Verordnung.

Erläuterung unserer Zusatzqualifikationen

Skoliosebehandlung nach Schroth



Unter Skoliose (Wirbelsäulenverkrümmung) versteht man eine Seitverbiegung der Wirbelsäule, die mit einer Torsion der Wirbelkörper einher geht. Die Ursachen für diese Veränderungen sind idiopathisch Begründet.
Bei uns in der Praxis werden Skoliosen nach dem Grundgedanken der Skoliosetherapie von Katharina Schroth, der Pionierin auf diesem Gebiet, durchgeführt. Die Therapie nach Lehnert Schroth gilt derzeit als beste krankengymnastische Skoliosebehandlung. Allerdings erfordert Sie viel Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl seitens des Therapeuten sowie Körpergefühl und Disziplin vom Patienten selbst.

Diese Methode bietet eine optimale Behandlung der 3-dimensionalen Wirbelsäulenverkrümmung mit Hilfe der Dreh-Winkelatmung. Die 3-D-Skoliosetherapie nach Schroth hat seit Jahrzehnten einen festen Platz in der konservativen Behandlung bei ausgeprägten Skoliosen und ebenso bei Haltungsschwächen und -schäden.

Die Diagnose wird durch die körperliche Untersuchung und ggf. eine Wirbelsäulen-Röntgenaufnahme gestellt. Wichtig ist eine frühe Erkennung der Skoliose im Kindesalter und eine rechtzeitig eingeleitete Behandlung, da eine Verbesserung der Skoliose durch konservative Behandlung nur im Wachstumsalter möglich ist.

Die folgenden wichtigsten Behandlungsziele sind:
1. Aufrichtung und Derotation der Wirbelsäule

2. Verzögerung bzw. Aufhaltung der Krümmungszunahme

3. Kräftigung der geschwächten Rückenmuskulatur

4. Dehnung der verkürzten Rückenmuskulatur

5. Ausdauertraining und Konditionsaufbau

6. Erlernen der Drehwinkelatmung zur Korrektur

7. Beseitigung von Bewegungseinschränkungen

8. Verbesserung der Lungenfunktion

9. Stabilisierung der physiologischen und Haltung

10. Verbesserung des Körpergefühls und der Wahrnehmung

KRANKENGYMNASTIK NACH BRÜGGER



Die physiotherapeutische Behandlung nach Dr. Brügger orientiert sich an Alltagsfehl- und überbelastungen des Patienten. Immer wiederkehrende Bewegungen und einseitige Haltungen führen häufig zu Reizungen oder gar Verletzungen von Sehnen, Muskeln, Knochen oder Knorpel (Gelenken).

Während einer individuellen Therapie findet eine starke Orientierung an Beruf, Alltag und Freizeit statt.
Anhand eines ausführlichen Befundes erkennt die Therapeutin, wo welche Körperstrukturen gestört sind. Mittels Haltungs- und Bewegungskorrektur werden diese entlastet, Schmerzen beseitigt oder reduziert, der Patient wird wieder belastbarer. Gezielte Übungen unterstützen den Heilungsprozess, kräftigen schwache Muskulatur, fördern die Beweglichkeit und stabilisieren das Behandlungsergebnis. Eine erfolgreiche Therapie beinhaltet unter anderem das Lösen von entstandenen Muskelkontrakturen (Verkürzungen) und das Erlernen der aufrechten Körperhaltung.

Die Übungen können sehr gut in den Patientenalltag integriert werden und bieten damit auch gleich die Grundlage zur eigenen Prävention und Steigerung der Lebensqualität.

Die Brügger-Therapie kann gut mit Wärmetherapie (Fango) zur Lagerung in aufrechter Haltung oder mit „Heißer Rolle“ zur Behandlung überbelasteter Strukturen kombiniert werden.

Anwendungsgebiete: Alle Arten von Wirbelsäulen- und Gelenkerkrankungen, akute Muskelverletzungen, schmerzhafte Verspannungen, Tinnitus.

KRANKENGYMNASTIK NACH BOBATH



Das so genannte Bobath-Konzept ist ein fester Bestandteil der Physiotherapie. Erfunden wurde diese Therapieform von der Physiotherapeutin Berta Bobath und ihrem Mann, dem Neurologen Karel Bobath. Mit diesem Konzept sollen vor allem Patienten mit Gehirnschädigungen oder Schädigungen des Rückenmarks behandelt werden. Die Basis dieser Therapieform ist die Möglichkeit, das menschliche Gehirn „umprogrammieren“ zu können. Das Gehirn ist lernfähig, so dass gesunde Hirnareale die Funktionen der geschädigten Bereiche übernehmen können. In vielen Fällen sind bei Hirnschädigungen nicht die Kontrollzentren beschädigt, sondern lediglich die Verbindungen sind gestört.

Wenn Menschen nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt sind, können Therapeuten mit dem Bobath-Konzept erstaunliche Verbesserungen erzielen. Die Behandlung nach Bobath muss immer so früh wie möglich ansetzen, damit die Patienten frühzeitig geschult werden können und falsche Lernprozesse und Vermeidungsstrategien vermieden werden können. Durch die Bobath-Therapie soll dem Patienten eine Kontrolle über seinen Muskeltonus ermöglicht werden. Auch die physiologischen Bewegungsabläufe sollen durch die Behandlung wieder verbessert werden. Das Bobath-Konzept wird auch erfolgreich bei Babys und Kindern angewandt, welche eine angeborene Hirnschädigung haben. Bei diesen Kindern werden Kopf- und Körperkontrolle geschult, sowie das Gleichgewicht und dessen Verlagerung trainiert. Der Patient soll keine monotonen immer wiederkehrenden Abläufe ausführen, sondern es wird ein variationsreiches Wiederholen angestrebt, wobei vor allem die Eigeninitiative der Patienten gefördert werden soll.

Durch alltagsbezogene, therapeutische Übungen soll den Patienten geholfen werden, auch die betreuenden und pflegenden Angehörigen werden entsprechend eingewiesen. Zur Therapie gehört auch die korrekte Lagerung des Patienten, denn dadurch sollen vor allem Folgeschäden vermieden werden. Auch das Bobath-Konzept betrachtet den Patienten immer als Ganzes, und beschränkt sich nicht nur auf die erkrankten Bereiche. Das Erlernte soll vom Patienten im Alltag umgesetzt werden, um eine möglichst große Selbstständigkeit zu erreichen.

MANUELLE LYMPHDRAINAGE



Die Manuelle Lymphdrainage (MLD) ist eine spezielle Massagetechnik, die den Abtransport des Gewebewassers, (der Lymphflüßigkeit) erhöht. Es kommt zu einer Steigerung der Aufnahme- und Transportfähigkeit der Lymphgefäße und zu Flüßigkeitsverschiebungen aus dem gestauten Gewebe. Zu Erkrankungen und Verletzungen des Lymphgefäßsystems kann es durch Operationen, Krebserkrankungen mit Bestrahlung oder Lymphknotenentfernung kommen. In Einzelfällen können auch genetische Fehlbildungen der Lymphbahnen zu Lymphödemen führen.

Beim Lymphödem handelt es sich um eine chronische Erkrankung, wobei die Patienten nicht nur unter der Volumenzunahme von Armen oder Beinen leiden, sondern auch an Gewebsverhärtungen (Fibrose) und Bewegungseinschränkungen. Die Gefahr v.a. bei unbehandelten Lymphödemen sind die chronischen Entzündungen des Gewebes sowie eine Verschlechterung der lokalen Immunabwehr mit dem Risiko von Wundrosen (Erysipel) sowie anderen Infekten.

Die komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) richtet sich gezielt auf die Volumenreduktion und die Fibroselockerung. Um dies zu erreichen wird direkt nach der Manuellen Lymphdrainage eine Kompreßionsbandage angelegt, damit keine Flüssigkeit in das zu entstauende Gebiet zurückfließen kann. Zusätzlich hat die Bandage eine Massagewirkung, welche die Lösung der Fibrose unterstützt. Wichtig für einen Therapieerfolg ist auch die Bewegung in der angelegten Bandage oder dem Kompressionsstrumpf, die z.B. in Form von Entstauungsgymnastik erfolgen kann

BECKENBODENTRAINING



Durch ein spezielles Training kann die Muskulatur im Bereich des Beckenbodens gezielt trainiert werden. Das ist besonders erfolgversprechend bei jüngeren Menschen mit einer leichten bis mittleren Drang- bzw. Stressinkontinenz. Auch für Frauen und Männer, die noch nicht unter Inkontinenz leiden, ist Beckenbodentraining die beste Methode, um einer Inkontinenz im Alter vorzubeugen. Das Training sollte besonders angewandt werden nach der Geburt eines Kindes, Haltungsschwächen, bei Übergewicht und bei einer anlagebedingten Bindegewebsschwäche.

Die Beckenbodenmuskulatur sollte nicht isoliert betrachtet werden. Häufig ist bei der Schwächung dieser Muskeln auch Bauch-, Rücken-, Bein- und Fußmuskulatur geschwächt. Das kann sich vielfältig auswirken. Um ein gezieltes Training durchzuführen ist deshalb die Anleitung durch einen speziell geschulten Physiotherapeuten sinnvoll, damit Sie dann selbständig und regelmäßig weiter trainieren können.

Kinesio- & Power Spiral Taping



Kinesiotape:
Entwickelt wurde das Kinesiotaping-Verfahren von Dr. Kenzo Kase, einem japanischen Chiropraktiker und Kinesiologen. Dieser setzte es erstmals zur Behandlung sehr unterschiedlicher Verletzungen und Krankheitsbilder ein.
Grundlage für seinen Ansatz waren zwei Faktoren: Zum einen die Erkenntnis, dass die Haut eine entscheidende Rolle als größtes Reflexorgan des menschlichen Organismus spielt. Zum anderen wusste Dr. Kase um die Möglichkeit, durch gezielte Muskelbewegungen die Regeneration zu fördern.

Das Besondere am Kinesiotape ist, im Gegensatz zu den schon vorher bekannten Tapearten, seine Flexibilität und Beweglichkeit.
Kinesio-Tape bedeutet „bewegliches Pflaster“. Das Kinesio-Tape entlastet über die Haut die Muskeln und Gelenke, es aktiviert Blut- und Lymphbahnen, sowie den Energiefluß in den Meridianen. Durch die Eigenbewegung des Patienten entsteht ein Massageeffekt, der die ganze Zeit des Tragens anhält.

Das Tape besteht aus 100% Baumwolle (Obermaterial) und wellenförmig aufgetragenem Acrylkleber. Das Tape haftet nach dem Auftragen sofort, wird allerdings erst durch die Körperwärme richtig aktiviert und geht dann eine optimale Verbindung mit der Haut ein. Im Aufbau ist das Tape in der Dicke und dem Gewicht mit unserer Haut zu vergleichen. Es ist luft- und feuchtigkeitsdurchlässig, wasserbeständig und sehr hautfrendlich (verursacht äußerst selten Allergien). Das Tape ist nur in Längsrichtung dehnbar und hält bis zu einer Woche seine Elastizität. Es lässt sich leicht von der Haut ablösen und es hinterlässt keine Klebereste.

Aus den diversen Kinesio Taping-Anlagetechniken ergibt sich ein außerordentlich breites Anwendungsspektrum des Kinesio-Tapes. Dabei werden unterschiedliche Wirkweisen erzielt:
1. Verbesserung der Muskelfunktion
2. Aktivierung des Lymphsystems
3. Schmerzreduktion
4. Unterstützung der Gelenkfunktion

Indikationen (Beispiele)
• HWS-Syndrom und Spannungskopfschmerz
• Schulter-Arm-Syndrom
• Epicondylitis
• Carpaltunnelsyndrom
• BWS-Syndrom
• LWS-Syndrom und Lumboischialgie
• ISG-Syndrom
• Coxarthrose
• Gonarthrose
• Chondropathia patellae
• Achillodynie
• Sprunggelenksprobleme
• Fersensporn
• Lymphödeme

Power Spiral Tape



Diese Tape-Behandlung basiert auf der asiatischen Wissenschaft. Durch das Applizieren der Gittertapes auf Akupunkturpunkte, Schmerzpunkte und Narben wird ein Regulationsprozess eingeleitet. Das Tape fördert die Zirkulation der Energie durch die Haut und überwacht die Spannung und Entspannung der Muskeln und Sehnen. Diese Anwendung ist zu vergleichen mit der Dauerakupunktur, allerdings ist sie nicht schmerzhaft oder unangenehm.

Kinesiotapeing und Spiraltapeing wird bei selbstzahlenden Klienten ausgeführt, beide zählen nicht zu den Kassenleistungen.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Öffnungszeiten


Physiovital:


Mo-Fr 07-19 Uhr

Sunvital:


Mo-Fr 07-21 Uhr
Sa+So 10-14 Uhr

Rehasport:


Mo-Fr 10-11 Uhr*
Mo, Mi, Do 17-18 Uhr*
Mo, Mi, Do 18-19 Uhr*

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